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  • Barbara Bohrn - die strukturgeberin

Post-Merger-Integration: Was man alles falsch machen kann, nachdem man ein Unternehmen gekauft hat.

Eine Unternehmensintegration von Anfang an mitzudenken und zeitgerecht aufzusetzen, passiert in der Praxis leider selten. Meist stehen Kaufpreis- und Vertragsverhandlungen im Vordergrund. Dabei können viele Stolpersteine aus dem Weg geräumt und potenzielle Risiken minimiert werden, wenn frühzeitig die wesentlichen Eckpunkte der Integration berücksichtigt und die „Gewinner“ und „Verlierer“ identifiziert werden. Wir zeigen Ihnen, wie sie die Integration eines gekauften Unternehmens rechtzeitig eintakten und welche Aspekte dabei wichtig sind.

Aber zurück zum Start. Ein Unternehmen zu kaufen und zu übernehmen, ist ein spannendes Vorhaben. Der Prozess vom Kaufinteresse über das Finden eines potenziellen Unternehmens, bis hin zur Due Diligence und den Vertragsverhandlungen dauert meist Monate und ist sehr zeitintensiv. Für die nachgelagerte, wichtige Phase der Unternehmensintegration fehlen oft Zeit und Ressourcen. Kündigen die ersten Mitarbeiter oder Kunden, dann ist die Enttäuschung groß. Wie lässt sich so ein Szenario vermeiden?


1#Die Integration von Anfang an mitdenken

Sobald ein Kaufinteresse an einem Unternehmen vorhanden ist, macht es Sinn das „Ende“ im Fokus zu haben und sich Gedanken über die organisatorische Ausgestaltung der sogenannten „Post-Merger-Integration“ sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken zu machen. Dabei geben Zweck, Ziele und Absicht des Unternehmenskaufs den Ton an und liefern Antworten auf folgende Fragen: Wollen Sie das neue Unternehmen vollständig oder nur zum Teil integrieren? Wird es als eigenes Unternehmen, eigene Marke bestehen bleiben? Das Finanz- und Rechnungswesen, die Personalagenden, die Marketingabteilung oder der Verkauf? Welche Chancen ergeben sich durch den Unternehmenskauf? Welche Risiken bestehen und wie hoch ist deren Eintrittswahrscheinlichkeit?

Ein Brainstorming zu diesen Punkten kann nicht früh genug erfolgen. Im Idealfall passiert dies, während der Kaufvertrag erstellt und die Due Diligence durchgeführt werden. So können Fragen und offene Punkte, wie z.B. Rechte an Domains, rechtzeitig geklärt werden und wenn notwendig gleich in den Kaufvertrag einfließen.


2# Gewinner und Verlierer erkennen

Wer sind die „Gewinner“ und wer die „Verlierer“ des Unternehmenskaufs? Wer von den Mitarbeitern wird blockieren oder gar kündigen und welche Kunden könnten abwandern? Unsicherheit, falsche Informationen und Vorurteile können solche Szenarien begünstigen. Wie kann man hier gegensteuern?

Unter Stakeholdern versteht man alle Personengruppen, die ein Interesse an einem Unternehmen haben und den Fortbestand des Unternehmens beeinflussen oder davon betroffen sind. Das sind Mitarbeiter, Führungskräfte, Kunden, Lieferanten und Partner. In der sogenannten Stakeholder-Analyse werden diese Personengruppen identifiziert, in Cluster unterteilt (z.B. wichtige Kunden, Befürworter/Gegner unter den Mitarbeiter) und deren Einstellung zum bzw. Auswirkung aus dem Unternehmenskauf bewertet. Wer profitiert, wer nicht? Wo gibt es Widerstand? Wo Konfliktpotenzial? Wer sind die Befürworter, wer die Gegner?

Aus dieser Analyse können „Gewinner“ und „Verlierer“ sowie notwendige Aktivitäten abgeleitet werden, z.B. mit welcher Führungskraft oder mit welchen Kunden muss zeitnah Kontakt aufgenommen werden?


3# Kommunizieren Sie klar und zeitgerecht

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Gelingen von Unternehmenskäufen ist eine klare und zeitgerechte Kommunikation. Es gibt eine Reihe von negativen Beispielen, bei denen die Mitarbeiter und das Management nicht von der direkten Führungskraft oder dem Eigentümer, sondern aus den Medien erfuhren, dass das Unternehmen oder Anteile davon verkauft werden. So ein Vorfall schürt Angst, Verunsicherung und Widerstand unter Mitarbeitern und Führungskräften.

Ein gemeinsames Ziel, eine klare Botschaft sowie ein Kommunikationsplan helfen, so einen Fauxpas zu vermeiden. In einem Kommunikationsplan werden, abhängig von Zweck und Absicht des Kaufs, die Ziele, Inhalte, Key-Messages und das Wording festgelegt. Die Stakeholder-Analyse liefert die Zielgruppen dazu. Erfolgsentscheidend sind Zeitpunkt und Medien der Kommunikation. Wann geht welche Information raus? Zu welchem Zeitpunkt informiere ich Mitarbeiter und Führungskräfte? In welchen Printmedien soll kommuniziert werden? Welche Informationen gehen über Social Media raus?


4# Rechtzeitig Finetunen und Integrationsaktivitäten aufsetzen

Wenn die organisatorische Ausgestaltung der Integration, die Chancen und Risiken, die „Gewinner“ und „Verlierer“ und der Kommunikationsplan im Groben stehen, dann geht es ins Finetuning, in die Planung der Integrationsaktivitäten. Welche Prozesse können vereinheitlicht werden? Welche Auswirkungen hat dies auf die IT? Wo benötige ich zusätzliche Mitarbeiter? Wo muss Know-How aufgebaut oder zugekauft werden? Ein Beispiel für zusätzliches Know-How kann sein, dass Banken ein eigenes Reporting benötigen und dafür neue Prozesse eingeführt werden müssen.

In dieser Phase ist es wichtig, klare Inhalte, Verantwortungen und Termine der Integrationsaktivitäten zu planen. Der Zeitraum zwischen Vertragsunterzeichnung und Closing ist in der Praxis relativ kurz. Lassen Sie sich dabei von Experten mit Erfahrung unterstützen, sodass in den ersten 100 Tagen nach dem Closing die wichtigsten Integrationsschritte umgesetzt werden können. Schließlich gilt es, das Tagesgeschäft des (bestehenden und neuen) Unternehmens zu forcieren und nicht zu gefährden.

Die Lösung

Wir, das Team hinter diestrukturgeberin.at und goodtwofinance.com begleiten Sie gerne bei Ihrer Unternehmensintegration. Wir agieren als Sparringpartner, als vertrauliche Experten und arbeiten mit praxiserprobten Tools und Checklisten.

  • Wir unterstützen beim Design der Integration, der Definition der wichtigsten Eckpunkte sowie beim Erkennen von Chancen und Risiken.

  • Wir helfen im Umgang mit den „Gewinnern“ und Verlierern“, bei der Erarbeitung und Umsetzung eines Kommunikationsplans sowie der Planung der Integrationsaktivitäten.

  • Wir begleiten die Umsetzung der Integrationsaktivitäten, damit Sie sich voll auf das Tagesgeschäftes konzentrieren können.

Wenn Sie mehr über eine strukturierte Begleitung Ihrer Unternehmensintegration erfahren wollen, dann melden Sie sich bei uns unter office@diestrukturgeberin.at bzw. office@goodtwofinance.com oder besuchen Sie uns auf: www.diestrukturgeberin.at/ www.goodtwofinance.com .

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